LIIIVE!

MILADINOWITZSCH

MILADINOWITZ

MILADINOWICZ

MILADINOVICH

MILADINOVIC

MARKO

MILADINOVIĆ

SOLOTHURNER LITERATURTAGE


OLIVIA MEIER, Schweizer Buchjahr
Beim Schlendern durch die Solothurner Gassen bleiben wir an einem Autor hängen. Wobei Autor untertrieben ist – dieser Marko Miladinovic ist ein wahrer Performer.

Trotz zweisemestrigem Italienischkurs verstehe ich abgesehen von einzelnen Wörtern zwar nur wenig. Das ist aber scheinbar überhaupt nicht nötig. Von Miladinovics Stimme, seiner ganzen One-Man-Show wird man automatisch in den Bann gezogen. Sein sonorer Klang, dazu das musikalisch anmutende Italienisch – das hat eine hypnotisierende Wirkung und verleitet viele Schaulustige zum Verweilen, obwohl sich wohl mancher fragt, was uns dieser Auftritt denn genau sagen soll.
Miladinovic selbst verstummt zum Schluss. Eine computererzeugte Frauenstimme ertönt aus einem unterm Tisch versteckten Radio und lässt uns wissen, dass der Autor nicht mehr sprechen könne, der Fuss eines Pfarrers verstopfe seinen Mund. Tatsächlich: Der Künstler dreht sich zum Publikum, zwischen seinen Zähnen blitzen nur noch die Zehen eines Plastikfusses hervor. In diesem Sinne: Buon appetito!

ROMAN BUCHELI, NZZ Neue Zürcher Zeitung
“Zum anderen aber war es dieses Jahr auch das Festival der Newcomer. Selten haben die Besucherinnen und Besucher so viele neue Gesichter gesehen wie in diesem Jahr. Einige von ihnen werden vielleicht die nächsten vierzig Jahre der Literaturtage prägen. Zu ihnen könnte der Lausanner Thomas Flahaut gehören, der in seinem Romandebüt «Ostwald» über die Folgen einer Atomreaktorkatastrophe im Elsass schreibt; es könnte zu ihnen der in Vukovar geborene und in Chiasso lebende Marko Miladinovic zählen, der mit seinen musikalischen Sprachperformances eine erfrischende poetische Verwegenheit zelebriert; und vielleicht gehört dereinst auch Regula Portillo dazu, die in ihrem Debüt «Schwirrflug» mutig die Möglichkeiten des politischen Romans auslotet.”